"> Lea auf Island

Einmal um die Welt

Ungarn, Russland, Island, England, Österreich & Deutschland… meine Bekanntschaften vom letzten Wochenende waren nicht nur super international, sondern auch super lustig.

Auf der Farm hier ist mir so ein wenig die Decke auf den Kopf gefallen. Ständig immer die gleichen 3 Personen um mich herum und die Stallarbeit ist mittlerweile auch schon sehr routiniert. Und dann dacht ich mir: „ Jede_r ist seines/ihres eigenes Glückes Schmied“ und hab einfach mal wieder die Initiative ergriffen. In Couchsurfing hab ich gepostet, dass ich Lust hab was zu unternehmen und Leute zu treffen im Kreis Rekjavik.

In den Zoo gehen, zum Vulkan trampen, Vögel beobachten, Bier trinken, in einer heißen Quelle baden… nach kurzer Zeit hatte ich schon die coolsten Anfragen für tolle Unternehmungen von total verschiedenen Menschen! Nur war da das Problem der Zeit, denn so oft und so lange kann ich nicht wegbleiben. Auch da Clara und Mama mich bald schon besuchen und ich 8 Tage frei bekomme.

Da war ich grade so am Mist schaufeln und mit den Gedanken so am rum schweifen, als mir plötzlich die MASTER-Idee in den Kopf kam: Warum nicht alle an einem Abend treffen und gemeinsam durch die Kneipen ziehen. Okey, ich gebe zu, so ganz kann es mit den ganzen vorgeschlagenen Ideen nicht mithalten, doch trotzdem haben ALLE spontan zugesagt.

Zoe, eine 18 Jährige aus Deutschland hat mich gefragt, ob sie vill für 3 Tage hier auf der Farm arbeiten und schlafen kann und Björn und Kidda hatten kein Problem damit. Deswegen hab ich sie vor dem melken schnell vom Bus abgeholt und sind dann nach dem melken gleich nach Rekjavik mit dem alten Farmauto gegurgt. Glücklicherweise kannte Zoe sich super aus in Rekjavik und so sind wir sogar angekommen, aber natürlich zu spät… was auch sonst!

Erwartungsvoll schauen uns fünf total verschiedene Menschen an, die wohl schon ne weile auf uns warten. Schnell hab ich denen klar gemacht, dass ich mich nicht auskenne in Rekjavik und keine Ahnung habe wo wir hingehen können. Kein Problem: Pall, der Isländer und Péter, der Ungar kennen sich super aus und lotzen uns gleich zur ersten Kneipe. Alles voll. Aber bei der nächsten finden wir genug Platz für alle!

In Island ist es üblich, dass sich die Leute vorher zu Hause treffen und vorglühen und dann erst so gegen 01 Uhr losziehen, da der Alkohl hier so extrem teuer ist. Mal nen Beispiel, ich hab im Laden mal eine Flasche Captain Morgan für 30 Euro gesehen.
Naja und alle Menschen, die jetzt in den Kneipen sitzen gehen meist nach nen paar Bier wieder nach Hause. Trotzdem Pall kannte praktisch alle. Rekjavik ist halt ne kleine Stadt und auch nicht viel größer als Paderborn.

„Also Lea, ich brauch auf jedenfall 5 Stunden schlaf, also entweder wir fahren jetzt nach Hause, oder wir machen durch?!“ meinte Zoe zu mir und rattet mal was wir gemacht haben =D ohja =D

Um 6 Uhr morgens nach ner abenteurlichen Nacht, bei der wir am Ende irgendwie alle verloren haben, bis auf den Ungar, saßen Zoe und ich dann endlich im Auto auf dem Weg zum melken. Wir hatten uns fest vorgenommen zu Hause nicht zu schlafen, doch kaum saßen wir zu Hause auf dem Sofa sind wir beide sofort eingeschlafen und wurden aber schon eine Stunde später von den Kindern geweckt. Dann hieß es melken.. JUHUU =D

=)

„You have to be smarter then the shovel, Lea“ (Björn)

Jaa… aha.. hää?? So manches was mir vollkommen klar vorkam und wo ich nie dran gezweifelt hätte, dass jeder Mensch das kann, ist auf einfeinmal nicht so einfach und es steckt ne Technik dahinter.

Ich war grade dabei einfach nur Sand und Dreck in einen Countainer zu schaufeln, als Björn dieses Kommentar abgelassen hat. Anscheind hab ich mich ein wenig dämlich angestellt und es mir schwerer gemacht als es hätte sein müssen. Eine rückenschonende und krafsparende Variante vom Nutzen einer Schaufel hab ich nun daraufhin auch gelernt.

Das sind wohl die kleinen Erfahrungen die ich hier jeden Tag lerne, aber auch wesentlich weitgreifendere und ethischkritische Erfahrungen hab ich hier gemacht:

„peeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnngggggggggg“ Schnell renn ich zu der Colaflasche, die einige Meter entfernt im Gras steht und ein Glücksgefühl druchstömt meinen Körper bei dem Anblick zweier Löcher in der Flasche. Ich hab wirklich getroffen und zwar voll durch.
Vor ein paar Wochen hat Björn mir Schießen mit einem Gewehr beigebracht. Wir sind irgendwo mitten aufs Feld gefahren. Er hat ne Colaflasche ins Gras gestellt und los gings: ziehlen, ausatmen, abdrücken. Gemeinerweise hat es irgendwie Spaß gemacht.

Naja, sonst hab ich Motorrad und Auto mit Anhänger fahren gelernt. Ich hab ein wenig meine Angst vor der Dunkelheit und knarrenden Ställen verloren und kann beim Anblick einer rießigen Fleischkeule mit Knochen und allem trotzdem weiter essen.

Laufskálarétt

Über Wasserbomben unter Reiterhintern, Alkohol am Pferdesteuer und Lucky Luck oder über einen Ausritt mit mehren hundert frei laufenden Pferden und genauso vielen Reitern durch eine atemberaubenden Landschaft und dem Spektakel drumherum.

da lang geritten

brrrr…“ meine Beine zittern und die ersten Haare auf meinem Arm stellen sich schon zur Gänsehaut auf. Mit Björn fahre ich in dem Farmauto über die schneebedeckten Berge Richtung Norden. Das eine Fenster des Autos lässt sich nicht mehr richtig schließen und auch von überall anderes her zieht die eiskalte Luft ins Auto. „Oh weier!“ denk ich, „das wird wohl diesmal nicht ein Pferdeabtrieb ohne kalte Füße.“

Denn wir (Katja, 2 Freundinnen von Katja, Björn und ich) sind auf dem Weg zur Laufskálarétt, dem bekanntesten Pferdeabtrieb von Island. Böse Zungen beschweren sich, dass oftmals mehr Reiter als freilaufende Pferde dabei sind und es von Touristen nur so wimmelt. Doch andere Stimmen schwärmen von dem Event und meinen, dass mensch es auf keinen Fall in Island verpassen darf.

Ein Video: zwar vom letzten jahr, aber die Orte und die Veranstaltung die selbe:

Im Norden bei Björns Eltern angekommen, packen wir schnell die Sättel und wichtige Sachen von dem Farmauto in den großen Geländewagen und fahren los unsere Pferde holen. Die stehen bei Björns Großmutter auf der Wiese. Und klar, wer ist diesmal wohl mein Pferd.. keine Frage =D mein „Esel“ Eliat und ich sind einfach unzertrennlich =D
You have to eat some cake and cacoa, sayed my gransdmother“ meinte Björn und so saßen wir kurz danach in ihrer gemütlichen kleine Küche an einem vollgedeckten Tisch mit Kuchen, Waffeln, Keksen, Kakau und Kaffee und wärmten uns auf.

Mit den Pferden im Hänger gings dann weiter… typisch für Island hat ich mal wieder keine Ahnung wohin. Mitten auf der Straße stehen auf einmal ein paar Reiter an einem Pferch in dem ein paar Pferde sind und ne Menge Autos… es ist ein riesen Chaos. Autos versuchen sich irgendwie zwischen den mitten auf dem Weg parkenden Autos zu drengeln, ein freilaufendes Pferd wird von zwei Reitern durch die Autos Richtung Pferch getrieben und plötzlich springt Björn aus dem Jeep und meint„Wait.. I will come back“ Nach einigen Minuten kommt er wieder. „Katja, Lea.. you will ride with them.. fast, fast you have to make you ready.“

Und schon befinde ich mich mitten in einer Reitergruppe auf meinem Eliat und treibe eine kleine Herde freilaufende Pferde vor mir her. Wohin? Das ist ne gute Frage. Die meisten Reiter sind schon gut betrunken und es wird ständig Alkohl hin und her gereicht. Mit einer Frau unterhalt ich mich ganz nett… Ihr Pferd und sie schunkeln immer hin und her und sie bekommt einen Lachflash nach dem nächsten. Plötzlich steigen alle vor mir ab und ich mache mal das gleiche. Katja und ich stehen da ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt, aber dann entdecken wir Björn und Katjas zwei Freundinnen. Jetzt wird uns auch klar, dass wir unsere Pferde in ihre Nachtunterkunft getrieben haben. Auf einer Wiese stehen nun schon so ca. 80 Pferde und freuen sich auf morgen.

Nachdem wir uns zu Hause schnell umgezogen haben, sind wir nun noch mit Bjarni (einem Freund von Björn) zu einer Pferdeshow-tunier gefahren. Die Halle ist nicht viel größer als jede normale deutsche Vereinshalle in Deutschalnd und die Tribüne hat nur 4 Reihen… trotzdem ist dies so eins der größten Events in Island.. schon lustig =D Und jeder kennt natürlich jeden und es wird getrunken und gelacht.
Kinder die betrunkene Reiter nach spielen, isländische Meister die sich im Rückwärtsreiten, mit Luftballon unterm Reiterarsch und mit Bier in der Hand messen und weitere lustige Schauspiele. Die Vorstellung war echt unterhaltsam und natürlich gab es auch viel tollen Tölt und Pass zu sehen.Und danach gab es Live-Musik mit mehr oder weniger Tanz und viel Alkohl.
Da das irgendwie mehr einem ganz schlechten kleinen Schützenfest geähnelt hat und mehr so Menschen über 40 Jahre da rumgeschaukelt haben, sind wir dann noch in Saudakrokur in einem Club gegangen und überrascht hab ich festgestellt: Die Isländer können tanzen und zwar gar nicht schlecht.

Am Samstag gings früh aus dem Bett und gleich zu unseren Pferden. Im Tempo Tölt sind wir dann von da aus mit ner kleinen Gruppe (ca. 30 Reiter) los geritten. Klar, schon beim Satteln wurde der Alkohol getauscht und rumgereicht. Da ich die einzige von uns vier Mädels war, die Alkohol trinkt, galt dann schon bald die Theorie, dass ich für alle vier trinken muss. Es hat so Spaß gemacht, einfach mit dieser Gruppe im Tölt durch diese wahnsinns Landschaft zu pesen. Immer wieder sind von anderen Richtungen Reiter zu uns gestoßen und klar alle sind abgestiegen und haben sich erstmal begrüßt und den Alkohl getauscht.Die Pferde haben diese Pause aber auch echt immer gebraucht. Schon nach kurzer Zeit waren die alle so nass geschwitzt. Da Björn nen schwiriges Pferd geritten ist und er einfach auf Grund seiner Größe und seines Gewichts zwei Pferde brauch, sollte ich sein zweites Pferd noch an der Hand mitnehmen. Und das Handpferde reiten hab ich mittlerweile auch echt für mich entdeckt. Macht total Spaß und mit Eliat ist das kein Problem. Denn kann ich problemlos mit einer Hand reiten. Das coole ist auch einfach, dass in der Gruppe die Pferde so ne Power haben und einfach nur laufen wollen.

reiter

Irgendwann waren wir dann echt ne riesige Reitgruppe von bestimmt Hundert Reitern und sind dann an die Wiese gekommen, wo die „Wildpferde“ drin waren. Bei diesem Pferdeabtrieb läuft das so, dass vorher schon einige Reiter die Pferde aus den Bergen geholt haben und die dann eben die Pferde noch einige Wochen weiter unten am Berg in einem riesigen Zaun einsperren und an diesem Wochende werden dann die Pferde komplett nach Hause geholt.

Eliat und ich

Naja und mittlerweile war ich auch schon echt ganz schön angetrunken. So angetrunken auf dem Pferd ist schon echt ganz lustig und dann auch noch ein Handpferd dabei. Das gute war, ich war sowas von Angst frei und hab Eliat komplett vertraut und mit dem Handpferd hats auch irgendwie geklappt. Wir sind durch Flüsse, die echt tief waren und ne starke Strömung hatten und sind durch Matsch durch, aber ich hab Eliat einfach komplett machen lassen und hab währenddessen mit Lucky Luck gelabbert.. Der Typ war total lustig und wir haben Wettrennen gemacht und rumgealbert. Klar und viele deutsche Touristen hab ich auch getroffen und mit Katja und den Mädels hab ich auch viel gemacht. Es war auch echt ne super Stimmung. Es wurde total viel gesungen und gelacht und ja das war echt nen cooler Ausritt.

pferdesortierteil

An dem Pferdesortier-Teil dann angekommen, war ich echt traurig, ich wäre gerne noch wesentlich länger geritten. Aber Eliat war auch echt müde und fertig und hat den Feierabend echt verdiehnt. Ja und dann wurden eben wie beim letzten Mal, die Pferde alle sortiert. Wer zu wem gehört und so weiter. Es waren unglaublich viele Menschen da, die zugeschaut haben und viele Touristen. Von überall hat mensch deutsch gehört und es gab Souveniers zu kaufen. Aber es war trotzdem auch sehr isländisch. Immer wieder hab ich isländische spontan Männerchore gehört und joar. So langsam wurd mir dann nur echt sehr sehr kalt. Denn wir sind ja durch Flüsse durch geritten und meine Füße und die Hose war total nass. Aber die musst ich tapfer noch aushalten, denn bis wir dann gefahren sind, hat es echt noch gedauert. Achja und ich wurde für ein Schulprojekt von zwei isländischen Mädchen interviewt. Total lustig.

Zu Hause angekommen haben wir dann unsere kalten Füße im „Haeta Botten“ von Björns Eltern im Garten aufgewärmt. Das ist einfach ein kleiner Wirlpool mit heißem Wasser und der ist total typisch für Island und tut total gut. Schnell noch unter die Dusche und dann in schicke Klamotten geschlüpft, denn am Abend gibt es noch ein Ball.

Zum vorglühen haben wir uns bei Luka und ihrem isländischen Freund getroffen. Luca ist vor 2 Jahren nach Island ausgewandert und total nett. „Alle meine Entchen schwimmen auf dem See.. schwimmen auf dem See… Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh“ so haben wir Mädels, die lustiger weise alle aus Deutschland kamen (Luca, ihre Cousine, ich, Katja und Katjas Freundin) gegen unsere isländischen Begleiter angesungen, die alle männlichen waren und das singen nicht lassen konnten. Das war schon ne lustige Runde.
Der Ball hat in der Reithalle stattgefunden und es waren für Island verdammt viele Menschen da.. echt unglaublich. Es gab natürlich Live-Musik und es waren so gut wie alle am TANZEN. Unglaublich, ich werde nie wieder behaupten, dass Isländer nicht tanzen können.

Und so schnell ging ein tolles Wochenende dann auch schon zu Ende.

ESSEN MACHT

Von Luft und Liebe?! Oder wovon lebt Lea auf Island? Bestimmt (fr)isst sie da heimlich Fleisch, oder?!

Nach 3 Monaten lüfte ich nun das Geheimnis meiner Ernährung in Island und zwar nicht hier, sondern hier

Viel mehr als heiße Luft!

Zurzeit sind grade Katjas Mutter und ihr Bruder zu Besuch und heute bin ich auf einer ihrer Tagesausflüge mit gefahren.

Erster Stopp in „Húsafell“ dort kommt unser heißes Wasser in Akranes her! Gleich neben dran waren ein paar Gewächshäuser und ein kleines Stand mit frischem Gemüse für 200ISK.

hei�es wasser und ich
isländische tomaten

Zweiter Stopp die Wasserfälle „Hraunfossar“. Das Wasser verläuft unterirdisch durch Lavagestein und kommt dann an ettlichen Stellen auf unterschiedlichste Weise hinaus… ein wunderschönes Naturschauspiel. Die Schöhnheit ist leider auf den Bildern nicht so überragend wie in echt.

wasserfälle
wasserfälle ohne ende

katja und ich

Direkt dahinter der Wasserfall „Barnafossar“ mit seiner stakren Ströumung. Eine Sage besagt, dass dort zwei Jungen ihrern Tod drin gefunden haben, als sie über einen der Bögen über den Wasserfall balansiert sind und hinuntergestürtzt sind. Daraufhin soll ihre Mutter den Bogen zerstören lassen haben.

Bornafossar
ich und bornafossar

Der letzte Stopp waren drei unaktive Vulkane, die 1962 ausgebrochen sind. Glücklicherweise waren die nicht so groß, sodass wir auf einen ganz schnell hochklettern konnten.

krater und ich

vulkan